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Dämmung, PV und Förderung

Energetische Dachsanierung in Rheinberg

Das Dach ist die Bauteilfläche mit dem größten Einsparpotenzial – und die einzige, bei der Dämmung und Neueindeckung in einem Arbeitsgang zusammenfallen. Wer sein Dach ohnehin neu decken lässt, dämmt deshalb deutlich günstiger als in einer separaten Maßnahme.

Warum sich Dämmung am Dach zuerst lohnt

Warme Luft steigt nach oben. In einem ungedämmten Altbau geht deshalb ein erheblicher Teil der Heizwärme über Dach und oberste Geschossdecke verloren – bei Häusern aus den 1960er- und 1970er-Jahren typischerweise ein knappes Drittel der gesamten Verluste über die Gebäudehülle.

Zwei Effekte kommen dazu, die in keiner Energieberechnung stehen: Im Sommer bleibt ein gedämmtes Dachgeschoss deutlich kühler, und ein gedämmter Dachaufbau nimmt die Trittschall- und Regengeräusche mit, die bei einer nur unterspannten Eindeckung direkt in den Raum gehen.

  • Beste Gelegenheit: gleichzeitig mit einer fälligen Neueindeckung – Gerüst und Abdeckung sind schon bezahlt
  • Pflicht beachten: Wer mehr als 10 % einer Dachfläche erneuert, muss die Dämmvorgaben des Gebäudeenergiegesetzes einhalten
  • Reihenfolge: erst Dach dicht und gedämmt, dann Photovoltaik – umgekehrt zahlt man die Montage zweimal
Steildach mit integrierten Photovoltaik-Modulen

Demo-Foto (CC0) – siehe Bildnachweise

Drei Wege, ein Dach zu dämmen

Welche Variante passt, entscheidet nicht der Preis pro Quadratmeter, sondern die Frage: Wird das Dachgeschoss bewohnt, und steht die Eindeckung ohnehin zur Erneuerung an?

Aufsparrendämmung

Die Dämmung liegt als durchgehende Schicht oberhalb der Sparren. Wärmebrückenfrei, ohne Eingriff in den Innenraum – aber nur sinnvoll, wenn das Dach neu eingedeckt wird. Das Dach wird dabei einige Zentimeter höher, was bei Anschlüssen an Nachbargebäude zu prüfen ist.

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Zwischensparrendämmung

Die Dämmung kommt von innen zwischen die Sparren, dazu eine luftdicht verklebte Dampfbremse. Günstigste Variante bei bewohntem Dachgeschoss – aber die Sparrenhöhe begrenzt die Dämmstärke, und die Luftdichtheit muss wirklich sauber ausgeführt werden.

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Oberste Geschossdecke

Wird der Dachraum nur als Speicher genutzt, dämmt man den Boden statt der Schräge. Mit Abstand das günstigste Verhältnis von Kosten zu Einsparung, oft in zwei Tagen erledigt – dann bleibt der Speicher allerdings kalt.

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Was das Gesetz verlangt – und was wir empfehlen

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für erneuerte Dachflächen und Dachschrägen einen Wärmedurchgangskoeffizienten von höchstens 0,24 W/(m²·K) vor. Das ist eine Obergrenze, kein Zielwert: Der Unterschied im Material zwischen „gerade noch erlaubt“ und „deutlich besser“ kostet meist weniger, als viele erwarten – die Arbeitszeit ist in beiden Fällen dieselbe.

Ungedämmtes Dach, Baujahr vor 1978ca. 1,40 W/(m²·K)

Ausgangslage bei vielen Häusern in Rheinberg und Umgebung.

GEG-Obergrenze bei Erneuerung0,24 W/(m²·K)

Pflichtwert, wenn mehr als 10 % der Dachfläche erneuert werden.

Unsere Standardempfehlung Aufsparrendämmungca. 0,16 W/(m²·K)

Erreichbar mit rund 20 cm Dämmstärke, je nach Material.

Die Balken zeigen den Wärmeverlust im Verhältnis zueinander – kürzer ist besser. Beispielwerte zur Veranschaulichung; der tatsächliche U-Wert Ihres Dachs hängt vom vorhandenen Aufbau ab und wird im Angebot mit dem konkreten Material berechnet.

Vergleich der drei Dämmvarianten
Variante Sinnvoll wenn … Dämmstärke Ab-Preis
Aufsparrendämmung die Eindeckung ohnehin erneuert wird und das Dachgeschoss bewohnt ist 18–24 cm ab 155 €/m²
Zwischensparrendämmung das Dach dicht ist, der Innenausbau aber geöffnet wird je nach Sparrenhöhe, 16–22 cm ab 75 €/m²
Oberste Geschossdecke der Dachraum unbeheizt bleibt und nur als Abstellfläche dient 20–30 cm ab 45 €/m²

Unverbindliche Orientierungspreise dieser Beispiel-Website, Endpreise ohne Umsatzsteuer (§ 19 UStG). Verbindlich ist immer nur das schriftliche Angebot nach dem Ortstermin.

Photovoltaik

PV-Montage: Was der Dachdecker macht – und was nicht

Eine PV-Anlage steht 25 Jahre auf Ihrem Dach. Jede Befestigung ist eine Durchdringung der Dachhaut, und jede Durchdringung ist eine potenzielle Undichtigkeit. Deshalb gehört dieser Teil in Dachdeckerhände.

Unser Anteil

  • Prüfung, ob Eindeckung und Unterspannbahn die Restlaufzeit der Anlage überhaupt schaffen
  • Dachhaken und Unterkonstruktion, passend zum Ziegelmodell gesetzt
  • Regensichere Durchführung der Leitungen samt Abdichtung
  • Einschätzung zur Tragfähigkeit des Dachstuhls – bei Zweifeln mit Statiker oder Zimmerer
  • Rückbau und Wiedermontage vorhandener Module, wenn das Dach saniert werden muss

Nicht unser Anteil

  • Elektroinstallation, Wechselrichter, Zählerschrank – das darf nur ein Elektrofachbetrieb
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister
  • Auslegung der Anlagengröße und Wirtschaftlichkeitsrechnung
  • Speicher- und Wallbox-Installation

Wir arbeiten mit Elektrofachbetrieben aus der Region zusammen und stimmen die Termine ab, damit das Gerüst nur einmal steht. Abgerechnet wird trotzdem getrennt – jeder Betrieb stellt seine eigene Rechnung für seinen eigenen Gewerkeanteil.

Förderprogramme für die Dachdämmung

Für die Dämmung der Gebäudehülle gibt es zwei Wege, die sich gegenseitig ausschließen: einen Zuschuss oder eine Steuerermäßigung. Welcher günstiger ist, hängt von Ihrer Steuerlast und der Höhe der Investition ab.

Übersicht typischer Förderwege für die Dachdämmung
Weg Was es gibt Wichtig zu wissen
BEG-Zuschuss für Einzelmaßnahmen Zuschuss auf die förderfähigen Kosten der Dämmmaßnahme, mit Bonus bei Umsetzung nach individuellem Sanierungsfahrplan Antrag vor Auftragserteilung, Einbindung eines Energie-Effizienz-Experten und Einhaltung technischer Mindestwerte erforderlich
Steuerermäßigung nach § 35c EStG Anteil der Sanierungskosten wird über drei Jahre von der Einkommensteuer abgezogen Nur für selbst genutztes Wohneigentum ab einem bestimmten Gebäudealter; wir stellen die dafür nötige Fachunternehmererklärung aus
Ergänzungskredit Zinsgünstiges Darlehen zur Mitfinanzierung des Eigenanteils Läuft über die Hausbank, setzt in der Regel eine bewilligte Zuschussförderung voraus
Regionale Programme Zusätzliche Mittel von Land, Kreis oder Stadtwerken, teils kombinierbar Ändern sich häufig und sind oft auf ein Jahresbudget begrenzt – früh nachfragen

Wir beraten nicht zur Förderung – und das hat einen Grund

Fördersätze, Höchstgrenzen und Antragswege ändern sich fast jährlich, teils mitten im Jahr. Wer sich auf eine Zahl von einer Handwerker-Website verlässt, kalkuliert im schlimmsten Fall mit Geld, das es zum Zeitpunkt seines Antrags nicht mehr gibt. Deshalb finden Sie hier ausdrücklich keine Prozentsätze und keine Höchstbeträge.

  • Verbindliche Auskunft geben BAFA und KfW selbst sowie ein Energie-Effizienz-Experte (Energieberatung).
  • Der Förderantrag muss in der Regel gestellt und bewilligt sein, bevor Sie uns den Auftrag erteilen – sonst entfällt die Förderung.
  • Was wir liefern: die technischen Angaben zum geplanten Aufbau, den U-Wert-Nachweis und die Fachunternehmererklärung. Das ist der Teil, den nur der ausführende Betrieb liefern kann.
  • Sagen Sie uns beim Ortstermin, dass Sie Förderung planen. Wir richten Angebot und Terminplan danach aus.

Ablauf einer energetischen Dachsanierung

Von der ersten Besichtigung bis zur Abnahme dauert ein typisches Einfamilienhaus-Projekt sechs bis zehn Wochen – der größte Teil davon ist Vorbereitung, nicht Bauzeit.

  1. Bestandsaufnahme

    Wir sehen uns den vorhandenen Aufbau an: Sparrenhöhe, Zustand der Unterspannbahn, vorhandene Dämmung, Feuchteschäden. Danach steht fest, welche Varianten überhaupt in Frage kommen.

  2. Variante und Aufbau festlegen

    Sie entscheiden zwischen den Varianten, wir rechnen den U-Wert für den konkreten Aufbau und halten die technischen Angaben schriftlich fest – auch als Grundlage für einen Förderantrag.

  3. Förderung klären, dann beauftragen

    Falls Sie fördern lassen: erst Antrag, dann Auftrag. Wir halten das Angebot in dieser Zeit preisstabil und stimmen den Bautermin auf die Bewilligung ab.

  4. Ausführung und Nachweise

    Gerüst, Abdeckung, Dämmung, Eindeckung – mit Wetterschutz an jedem Bauabschnitt. Zum Abschluss erhalten Sie Fotodokumentation, Materialnachweise und die Fachunternehmererklärung.

Häufige Fragen zur Dachdämmung

Muss ich dämmen, wenn ich nur einzelne Ziegel tauschen lasse?

Nein. Die Dämmpflicht des Gebäudeenergiegesetzes greift erst, wenn mehr als 10 % einer Dachfläche erneuert werden. Eine Reparatur einzelner Schadstellen bleibt davon unberührt.

Kann ich später von innen nachdämmen, wenn das Dach schon neu ist?

Technisch ja, aber es ist die deutlich teurere Reihenfolge: Innenausbau und Dampfbremse müssen dann erneut geöffnet werden, und die wärmebrückenfreie Variante von oben ist nicht mehr verfügbar, ohne die neue Eindeckung wieder abzunehmen.

Schimmelt ein gedämmtes Dach nicht eher?

Nur wenn die Luftdichtheit nicht stimmt. Feuchte Raumluft, die durch eine undichte Dampfbremse in den kalten Aufbau zieht, kondensiert dort – das ist die häufigste Ursache für Schäden nach einer Dämmung. Deshalb ist die Verklebung der Dampfbremse bei uns Teil der Leistung und nicht ein Posten, an dem gespart wird.

Rechnet sich die Dämmung überhaupt noch, wenn das Haus alt ist?

Beim Dach in der Regel ja, weil die Verluste dort am größten sind und die Maßnahme sich mit einer ohnehin fälligen Neueindeckung kombinieren lässt. Eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung liefert allerdings eine Energieberatung, nicht der Dachdecker.

Brauche ich für die PV-Anlage ein neues Dach?

Nicht zwingend – aber Ihre Eindeckung sollte die Laufzeit der Anlage überstehen. Ist das Dach über 35 Jahre alt, empfehlen wir, zuerst zu decken. Später Module abzubauen, das Dach zu sanieren und wieder aufzubauen kostet mehr als die Reihenfolge von Anfang an richtig zu wählen.

Wie viel bringt Dämmung bei Ihrem Dach?

Wir sehen uns den vorhandenen Aufbau an und sagen Ihnen, welche Variante technisch möglich ist – und welche sich rechnet. Kostenlos und unverbindlich.

Notdienst