Portfolio-/Demo-Website von VORTE (Convent Media Dienstleistung) — alle Firmen- und Kontaktdaten auf dieser Seite sind frei erfunden, kein realer Geschäftsbetrieb.

Start › Holzarten & Oberflächen

Material verstehen

Holzarten & Oberflächen

Welches Holz zu einem Möbel passt, entscheidet sich an drei Fragen: Wie hart muss es sein, wie ruhig oder lebhaft soll es aussehen, und wie soll es in zehn Jahren aussehen? Hier stehen die Antworten für die fünf Hölzer, die bei uns am häufigsten in die Maschine gehen.

Die fünf Hölzer

Von der harten Eiche bis zur weichen Kiefer

Die Härteangaben beziehen sich auf die Brinellhärte – ein Standardmaß dafür, wie tief sich eine Stahlkugel unter festgelegter Last ins Holz drückt. Je höher der Wert, desto unempfindlicher ist die Oberfläche gegen Dellen und Kratzer. Als Orientierung: alles ab etwa 30 N/mm² gilt als hart genug für stark beanspruchte Flächen wie Tischplatten oder Treppenstufen.

Nahaufnahme einer geölten Eichenoberfläche mit sichtbarer Maserung

Eiche

Quercus robur / petraea

Das Arbeitspferd unserer Werkstatt. Hart, offenporig, mit deutlich sichtbaren Poren und Spiegeln im Schnitt. Verträgt Feuchtigkeit besser als die meisten heimischen Hölzer, deshalb auch für Küchen, Bäder und Außentüren geeignet. Wildeiche mit Ästen und Rissen wirkt rustikal, gerade gewachsene Eiche dagegen ruhig und formal.

Härte
ca. 34 N/mm²
Maserung
markant, offenporig
Farbe frisch
hell strohfarben
nach 10 Jahren
deutlich nachgedunkelt, goldbraun
Preisniveau
gehoben
Nahaufnahme einer Nussbaumoberfläche mit lebhafter dunkler Maserung

Nussbaum

Juglans regia

Das teuerste unserer Hölzer und optisch das auffälligste: dunkelbraun mit violetten und grauen Streifen, jedes Brett anders. Wer eine ruhige Fläche möchte, sollte Nussbaum sparsam einsetzen – als Front, Tischplatte oder Detail, nicht flächendeckend im ganzen Raum. Ungewöhnlich: Nussbaum wird über die Jahre heller, nicht dunkler.

Härte
ca. 31 N/mm²
Maserung
sehr lebhaft, wolkig
Farbe frisch
dunkel schokoladenbraun
nach 10 Jahren
aufgehellt, wärmer, rötlicher
Preisniveau
hoch
Nahaufnahme einer hellen Escheoberfläche mit gerader Maserung

Esche

Fraxinus excelsior

Hell, fast weißlich, mit einer geraden, kräftigen Zeichnung – optisch eine Alternative zur Eiche für alle, denen Eiche zu schwer wirkt. Esche ist zäh und elastisch; deshalb werden traditionell Werkzeugstiele und Sportgeräte daraus gemacht. Für dünne, weit gespannte Regalböden ist sie eine gute Wahl, weil sie unter Last weniger schnell nachgibt.

Härte
ca. 37 N/mm²
Maserung
gerade, kräftig gezeichnet
Farbe frisch
sehr hell, cremeweiß
nach 10 Jahren
leicht gelblich nachgedunkelt
Preisniveau
mittel bis gehoben
Nahaufnahme einer feinen, hellen Ahornoberfläche

Ahorn

Acer pseudoplatanus

Das ruhigste Holz im Programm: fast gleichmäßig hell, mit kaum sichtbarer Zeichnung. Ideal, wenn das Möbel zurücktreten und der Raum wirken soll – oder wenn eine kräftige Wandfarbe im Spiel ist. Nachteil: Ahorn zeigt Flecken und Ränder deutlicher als jedes andere Holz hier, in der Küche ist er deshalb nur mit robuster Oberfläche sinnvoll.

Härte
ca. 33 N/mm²
Maserung
fein, sehr ruhig
Farbe frisch
hell, fast weiß
nach 10 Jahren
goldgelb, unter UV-Licht deutlich
Preisniveau
mittel
Nahaufnahme einer Kiefernoberfläche mit sichtbaren Ästen

Kiefer & Fichte

Pinus sylvestris / Picea abies

Die preisgünstige Nadelholz-Option – bei vergleichbarer Größe oft nur ein Drittel bis die Hälfte des Eichenpreises. Weich, leicht, mit deutlichen Ästen und starkem Nachdunkeln ins Honiggelbe. Sinnvoll für Regale, Kellerausbau, Kinderzimmer oder überall dort, wo später ohnehin lackiert wird. Für Tischplatten und Treppenstufen raten wir ab: Jeder Stuhl, jeder Absatz hinterlässt eine Delle.

Härte
ca. 19 N/mm² (Kiefer)
Maserung
astig, sehr lebhaft
Farbe frisch
hell gelblich
nach 10 Jahren
stark nachgedunkelt, honiggelb
Preisniveau
günstig

Alle Härte- und Farbangaben sind übliche Erfahrungswerte für heimisches Holz und können je nach Wuchsgebiet und Schnittart abweichen. Verbindlich ist immer das Musterbrett, das wir zum Aufmaßtermin mitbringen.

Oberflächen

Geölt, lackiert oder gewachst?

Die Oberfläche entscheidet mehr über den Alltag mit einem Möbel als die Holzart. Sie bestimmt, wie es sich anfühlt, wie viel Pflege es braucht und – vor allem – ob sich eine Beschädigung später punktuell beheben lässt oder nicht.

Nahaufnahme einer glänzend geölten Holzoberfläche
Vergleich der drei Oberflächenarten nach Pflegeaufwand, Nachbesserbarkeit, Optik und Haptik
Kriterium Geölt Lackiert Gewachst
Pflegeaufwand hoch gering hoch
Nachölen/Auffrischen alle 1–2 Jahre nicht nötig 1–2× jährlich
Punktuell reparabel ja nein ja
Wasserbeständig mittel hoch gering
Haptik Holz spürbar Film spürbar seidig, warm

Faustregel aus der Werkstatt: Wo täglich etwas verschüttet wird, ist Lack die vernünftigere Wahl. Wo ein Möbel Jahrzehnte bleiben und dabei altern darf, ist Öl die bessere.

Geölt / Hartwachsöl

Das Öl zieht ins Holz ein, statt einen Film darauf zu bilden. Die Maserung bleibt fühlbar, die Farbe wird satter. Hartwachsöl ist die robustere Variante und heute unsere Standardempfehlung für Tische und Arbeitsplatten.

Vorteile

  • Kratzer punktuell nachbesserbar, ohne die ganze Fläche zu schleifen
  • natürliche, matte Optik, Holz bleibt spürbar
  • altert schön statt abzublättern

Nachteile

  • muss alle ein bis zwei Jahre nachgeölt werden
  • empfindlich gegen Rotwein, Öl und stehendes Wasser
  • erste Wochen noch nicht voll belastbar

Lackiert

Der Lack legt sich als geschlossener Film über das Holz. Wir verwenden wasserbasierte Systeme ohne Lösemittelgeruch, in Glanzgraden von stumpfmatt bis seidenglänzend – auf Wunsch auch deckend in einer Farbe Ihrer Wahl.

Vorteile

  • unempfindlich gegen Wasser, Fett und Reinigungsmittel
  • praktisch keine laufende Pflege nötig
  • deckende Farbtöne möglich

Nachteile

  • ein tiefer Kratzer lässt sich nur durch Neulackieren der ganzen Fläche beheben
  • Holz fühlt sich weniger natürlich an
  • kann nach vielen Jahren stumpf werden

Gewachst

Bienen- oder Carnaubawachs bleibt an der Oberfläche und gibt dem Holz einen warmen, seidigen Griff. Die klassische Behandlung für Truhen, Kommoden und alte Möbel – wunderschön, aber die pflegeintensivste der drei Varianten.

Vorteile

  • sehr angenehme, seidenweiche Haptik
  • jederzeit nachbesserbar, auch stellenweise
  • passt zu restaurierten Altmöbeln

Nachteile

  • kaum wasserfest, Ränder entstehen schnell
  • ein- bis zweimal jährlich neu aufzutragen
  • für Küche und Bad ungeeignet
Pflege

Was ein Massivholzmöbel wirklich braucht

Massivholz arbeitet: Bei trockener Heizungsluft im Winter schwindet es, im feuchten Sommer quillt es wieder. Fugen, die sich im Jahresverlauf um einen halben Millimeter verändern, sind normal und kein Mangel. Kritisch wird es erst unter 35 Prozent relativer Luftfeuchte – dann kann Holz reißen. Ein einfaches Hygrometer für ein paar Euro beugt dem zuverlässiger vor als jede Pflegepolitur.

Zur Reinigung genügt in aller Regel ein nebelfeuchtes Tuch. Was Sie vermeiden sollten: Mikrofasertücher auf geölten Flächen (sie ziehen das Öl heraus), Allzweckreiniger, Essigreiniger und Dampfreiniger. Stehendes Wasser gehört nie länger als ein paar Minuten auf eine Holzfläche, unabhängig von der Oberfläche.

  • Untersetzer für heiße und feuchte Gefäße – auch auf lackierten Flächen
  • Direkte Sonne meiden: Holz bleicht ungleichmäßig aus, besonders unter Tischdecken und Vasen
  • Luftfeuchte 40–60 % halten, im Winter notfalls mit Schale Wasser auf der Heizung
  • Nachölen: einmal jährlich dünn auftragen, nach 20 Minuten Überschuss abnehmen
  • Filzgleiter unter Stühle und Deko, jährlich auf eingedrückte Krümel prüfen
  • Bei tiefen Kratzern lieber anrufen als selbst schleifen – oft reicht ein Nachmittag Arbeit

Ein Pflegeset mit dem passenden Öl und einem Schleifvlies geben wir bei geölten Möbeln zur Übergabe mit dazu.

Musterbretter statt Bildschirmfarben

Holzfarben lassen sich auf keinem Display verlässlich beurteilen. Wir bringen zum Aufmaßtermin Musterbretter in den infrage kommenden Holzarten und Oberflächen mit – Sie können sie ein paar Tage im Raum stehen lassen.

  • WerkstattKevelaerer Straße 14
    47661 Issum
  • WerkstattzeitenMo–Fr 7:30–16:30 Uhr
    Sa nach Vereinbarung